Kohle aus dem Dampfkochtopf

Klingt zu einfach um wahr zu sein. Forscher des Max-Planck-Instituts in Potsdam haben einen Weg gefunden Grünabfälle zu Kohle verwandeln. Hier der vollständige Bericht der Welt:

„Potsdam – Der Chemiker Markus Antonietti vom Max-Planck-Institut in Potsdam-Golm hat eine Art Dampfkochtopf entwickelt, einen „Autoklav“, in dem sich feuchte Gartenabfälle in Kohle verwandeln lassen. In den Topf kann alles, was Kohlenhydrate enthält und grün ist – zum Beispiel Grünschnitt, Laub, Stroh, über Tannenzapfen, Rinde und Holzspäne bis zu Gemüseschalen. Heraus kommen Kohlenstoff und Wasser.

Hydrothermale Karbonisierung heißt der Prozess, der auch noch mit einer positiven Energiebilanz zu Buche schlägt. Eisenoxide oder Zitronensäure bringen die Zersetzung im Autoklav in Gang – bei 180 Grad Celsius wirken sie auf die biologische Masse ähnlich wie Schwefelsäure: Schritt für Schritt ringen sie jedem Kohlenhydratmolekül insgesamt fünf Wassermoleküle ab. Öffnen die Forscher das Gefäß nach wenigen Minuten, finden sie eine Vorstufe zu Erdöl. Fünf Stunden später findet sich schwarzbrauner Matsch: Humus. Nach weiteren sieben Stunden ist der Wasser-Braunkohle-Mix fertig.

Das Gemisch lässt sich trocknen, pressen, verheizen oder zum Betrieb von Brennstoffzellen nutzen. Grünabfälle gibt es genug: In Berlin fallen pro Jahr rund 50.000 Tonnen an. Vermodern sie auf dem Kompost, wird nur ein Zehntel des Kohlenstoffs in Humus verwandelt. Der Rest geht als Methan und Kohlendioxid in die Atmosphäre. Beim „Dampfgaren“ entsteht dagegen purer Mutterboden. „

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