Lückenlos gedämmt

Die jährlichen Wärmeverluste über die Gebäudehülle zu minimieren , das ist das Ziel angesichts steigender Kosten für die Beheizung unserer Wohnungen und Eigenheime.

Gerade im Altbaubereich sind die Wärmeverluste enorm hoch. Aber auch im Neubaubereich werden immer bessere Materialien in immer größeren Schichtstärken eingesetzt, da die Anforderungen des Gesetzgebers an die Wärmedämmung über die ENEV und die Förderungen aus den KfW-Darlehen kontinuierlich steigen.

Um Energie zu sparen muß die Wärmedämmschicht die beheizten Räume möglichst lückenlos vor dem unbeheizten Bereich bzw. der Außenluft schützen. In Bereichen mit geringer oder gar keiner Dämmung kommt es zu einem überproportionalen Wärmeverlust: Dies sind die so genannten Wärmebrücken. Sie zu vermeiden erfordert die Sorgfalt des Bauunternehmers.

Schlimmer noch: An diesen Wärmebrücken können auch langfristig schwere Bauschäden auftreten, da es hier regelmäßig zur Unterschreitung des Taupunktes und damit zur Kondenswasserbildung kommt. Dies kann man z.B. beobachten bei der Kondenswasserbildung auf den Glasleisten der Fenster oder in der Laibung.

Müssen Sie auch jeden Morgen das Wasser von den Fenstern oder der Fensterbank abwischen?

Wenn es ganz schlimm kommt, dann besteht die Gefahr der Schimmelpilzbildung mit den Folgen für die Gesundheit wie z. B. das entwickeln von Allergien.

Dämmstoffe: Große Auswahl

Bei den Dämmstoffen treffen Bauherren auf eine große Auswahl.
Im wesentlichen lassen sich drei großen Gruppen unterscheiden:
1. die anorganischen bzw. mineralischen Dämmstoffe wie z.B. Mineralwolle
2. die organischen Materialien aus Erdöl wie z.B. Polystyrolschaum
3. die organischen Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Hanf, Flachs, Zellulose oder Schafswolle

Jede dieser Gruppen hat Vorteile aber auch Nachteile in bestimmten Anwendungen:

So erreichen die Materialien der ersten Gruppe einen besseren Wärmedurchlaßwiderstand als z.B. Hanf und lassen sich besser und einfacher verarbeiten. Dafür sind die Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gesundheitlich unbedenklich und lassen sich problemlos recyceln. Auch ist der Energieeinsatz bei der Herstellung nicht so hoch. Auch ist der sommerliche Wärmeschutz bei diesen Materialien oft besser, da das Material einfach mehr Masse hat. Im Renovierungsbereich wird auch häufig mit Schüttgut oder einem Einblasmaterial aus Zellulose gearbeitet.
Die geschäumten Platten aus der 2 .Gruppe sind inzwischen so weit entwickelt worden, dass sie problemlos die Festigkeit aufbringen um im Neubaubereich ganze Häuser zu tragen. Auch als Aufsparrendämmung finden Sie bei der Renovierung des Daches ihre Anwendung. Hier bieten sie den Vorteil des zusätzlichen Raumgewinns, des sommerlichen Wärmeschutzes und des Schlagregenschutzes.
Im Renovierungsbereich soll man sich in jedem Fall vor einer Dämmaßnahme die vorhandene Bausubstanz sehr sorgfältig anschauen. Sonst kann es an den Anschlussstellen zu den genannten Wärmebrückenproblemen kommen.
Zusätzlich tauchen häufig Probleme auf, weil die Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit nicht ausreichend ist. Findest sich z.B. in einem alten Haus ein zweischaliges Mauerwerk, so sollte man nur nach sorgfältiger Prüfung die Luftschicht mit Zellulose ausblasen.

Auf jeden Fall gilt: Wenn Dämmstoffe eingebaut werden, dann sollte immer die größtmögliche Schichtstärke eingebracht werden. Denn mehr Geld als durch eine vernünftig und sorgfältig eingebaute Dämmung lässt sich nicht sparen. Es gibt inzwischen kontrollierte Projekte der Sanierung im Bestand, bei denen man den Energiebedarf der Gebäude um bis zu 70 und gar 80 % senken konnte.

Wie wichtig und erfolgreich die Wärmedämmung von Häusern ist, soll nun in Lübeck im Rahmen einer Eisblockwette gezeigt werden: Nahe der Marienkirchen werden Figuren aus der Ice-World in einem kleinen Holzhäuschen, gedämmt nach Passivhaus-Standard, gelagert und es können Wetten abgegeben werden, wie viel Eis bis zum 2.Juni noch übrig ist.

Lüftung

Eigentlich ein eigenes Kapitel, aber ganz wichtig in diesem Zusammenhang im Bereich der Renovierung ist das Thema Lüftung. Durch die zusätzliche Dämmung wird die gesamte Bauphysik des Hauses durcheinander gebracht. Ritzen und Löcher, durch die die Luftfeuchtigkeit bislang entweichen konnte sind nun verschwunden. Gleichzeitig besteht evtl. das Problem mit der aufsteigenden Feuchtigkeit über die Fundamente und die Sohle.

Um Feuchtigkeitsschäden am Gebäude und auch Gesundheitsprobleme zu vermeiden ist es oftmals dringend angeraten, gleichzeitig auch eine einfache und preiswerte dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung z.B. vom Typ inVENTer mit einzuplanen.

Eine gute Information zur Modernisierung im Bestand gibt diese Publikation der DENA.

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